Per Kirkeby

21. Januar - 31. März 2011

„Die Welt ist Material, aus dem man Kunst macht; vermittels eines kunsthistorischen Prozesses…eines Prozesses, der sich im tiefsten Inneren nicht kontrollieren lässt.“
Per Kirkeby, zitiert nach: Per Kirkeby, „Books“, in: Per Kirkeby, “Selected Essays from Bravura”, Van Abbemuseum, Eindhoven 1982, S. 46.

Der Kunsthandel Michael Werner präsentiert vom 21. Januar bis 31. März neue Arbeiten des dänischen Künstlers Per Kirkeby ( *1938 in Kopenhagen).

Wirklichkeitsfragmente, die der Natur entlehnt sind und oftmals in ein abstrakt gehaltenes Bildgefüge aus Grün- und Brauntönen integriert werden, rufen in den Bildern Kirkebys unverzüglich Landschaftsassoziationen hervor. Kirkeby ahmt die Natur nicht nach, er bildet nicht ab, sondern transformiert das Gesehene zu einer neuen, durch die Malerei erschaffenen Wirklichkeit, die ihren Ausgangspunkt in der Natur findet, mit ihr aber nicht deckungsgleich ist. Doch der Künstler schöpft nicht allein aus der Natur. Er reflektiert in zahlreichen Essays nicht nur das eigene Werk, sondern setzt sich intensiv mit anderen Künstlern unterschiedlicher Epochen auseinander. Komplexe ikonographische, historische und kunsthistorische Verweise werden, durch die Wahrnehmung des Künstlers gefiltert, in seinen Arbeiten zur Anschauung gebracht.

Die Malerei spiegelt formal diese Wahrnehmungsprozesse durch Schichtung verschiedener, übereinandergelagerter Farben, die meist recht flächig als kompakte Balken oder Flecken aufgetragen werden. Nie decken sie die darunterliegende Schicht ganz zu, sondern lassen sie stets erkennen. Gestische, locker gesetzte, rhythmische Strukturen, Schraffuren und Liniengefüge können den meist flächig gehaltenen Farbkörper überlagern.

Die neuen Tempera-Arbeiten Kirkebys knüpfen hier an. Entstanden in den Jahren 2009 und 2010 und in Serien zu je vier Bildern gleichen Formates zu fassen, greifen sie in gewohnter Weise auf die genannten Bezugspunkte zurück und entwickeln eine Malerei in z.T. leuchtenden Farben, im Schwebezustand zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, die souverän das reife malerische Werk Kirkebys fortführt.

Das umfangreiche künstlerische Oeuvre des promovierten Geologen umfasst neben Malerei auch Skulpturen, Architekturen, Zeichnungen, Radierungen, Performances, Filme, Essays, Erzähl- und Lyrikbände. Große Retrospektiven präsentierten in jüngerer Zeit die Londoner Tate Modern (2009), das Museum Kunstpalast in Düsseldorf (2009/10) sowie das Louisiana Museum in Kopenhagen (2008). Kirkebys Arbeiten befinden sich in wichtigen europäischen und amerikanischen Museen, dem Metropolitan Museum of Art, New York, dem Louisiana Museum, Humlebaek, dem Musée National d’Art Moderne Centre Georges Pompidou, Paris, der Tate Gallery, London sowie der K20 Kunstsammlung NRW in Düsseldorf.