SIGMAR POLKE. BILDER UND ZEICHNUNGEN

09. September - 17. Dezember 2011

Im Juni 2010 starb Sigmar Polke, einer der bedeutendsten, international bekannten deutschen Künstler, in Köln. Er war über drei Jahrzehnte mit der Galerie Werner verbunden. Sein umfangreiches Werk umfasst ein weites Spektrum künstlerischer Medien und experimenteller Maltechniken. Der Kunsthandel Michael Werner präsentiert nun eine Auswahl von Papier- und Leinwandarbeiten Polkes aus den frühen 70er bis hinein in die 1990er Jahre. Kleine Papierarbeiten werden ebenso gezeigt wie eine großformatige Arbeit auf Nessel von 1990 aus der Alchimistenwerkstatt des Künstlers. Das unter Verwendung von Silbersulfat, -jodid, -nitrat, -bromid entstandene Werk verändert je nach Grad der Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit seine Farbigkeit. Komplettiert wird die Ausstellung von einer großen Papierarbeit in Schütttechnik und verschiedenen mittleren Formaten, ausgeführt in unterschiedlichen Techniken, verwendet wurden u.a. Lacke, Interferenz- Spray- und Metallfarben.

Nach einer Glasmaler-Lehre studiert Polke Anfang der 60er Jahre bei Gerhard Hoehme und Karl Otto Goetz an der Düsseldorfer Kunstakademie. Er begründet mit Gerhard Richter und Konrad Lueg den ‚Kapitalistischen Realismus’ und trägt in der Folge in seinen Arbeiten eine subtile Form der Gesellschaftskritik mit zum Teil beißender Ironie vor. Um 1965 entstehen erste Rasterbilder, gegen Ende der 70er Jahre werden Dekorationsstoffe zu Bildträgern. Seit den 1980er Jahren experimentiert Polke mit diversen Farbstoffen, Mineralien und Chemikalien. Die Ausgestaltung des Deutschen Pavillons in Venedig auf der Biennale 1986 bildet einen Höhepunkt dieser Werkphase. In der Folge entstehen des Weiteren transparente Bilder auf Polyestergewebe, darunter die in Art eines Paravent gestaltete ‚Laterna Magica’ (1988-1996). Polke greift zudem seit den 80er Jahren verstärkt gesellschaftspolitische Themen auf.

Sigmar Polke erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, so wurde er 1986 mit dem ‚Goldenen Löwen’ der Biennale von Venedig ausgezeichnet und erhielt 2000 den Kaiserring der Stadt Goslar. Sein Werk wurde und wird weltweit in großen Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.