DIE FARBE BLAU

13. April - 30. Juli 2011

Der Michael Werner Kunsthandel präsentiert unter dem Titel „Die Farbe Blau“ eine Werk-Auswahl von Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Per Kirkeby, Markus Lüpertz, Sigmar Polke und A.R. Penck. Dank der neuen exklusiven Kooperation mit der Ernst Wilhelm Nay Stiftung, werden auch erstmalig innerhalb der Ausstellung, Arbeiten dieses bedeutenden Künstlers vorgestellt.

Die Farbe Blau scheint sich fast beständig durch die Kunstgeschichte fortgesetzt zu haben. Bei der Farbe Blau in der Geschichte der Kunst, assoziiert man Chagall, Picasso und Kandinsky, sie alle sind bekannt für ihre Blauphasen. Doch schon in der Kunst des Mittelalters begegnet man dem Blau in zahlreichen Bildern. Obwohl es keine liturgische Farbe ist, unterliegt der Farbe Blau ein sakral-symbolischer Wert von dem sie sich zu lösen kaum imstande scheint. Aber auch wenn Yves Kleins Blau scheinbar nur für sich selbst steht, glaubt man das Blau immer wieder in Verbindung mit etwas Gegenständlichem zu sehen, wie Wasser, Meer, Himmel, Nacht oder Ferne.

Keine andere Farbe ist so mit Mythischem behaftet. Was die Farbe Blau vor anderen Farben hervorhebt, beschäftigt nicht nur die Kunstgeschichte. Viele Künstler hat die Farbe Blau schon in ihren Bann gezogen und zahlreiche theoretische Texte sind daraus entsprungen, die sich zum Ziel setzten, das Blau erklären zu wollen. So ist für Kandinsky das Blau „Die Farbe des Geistigen in der Kunst“ und so versucht auch Goethe die Bedeutung des Blaus zu fassen: „ Diese Farbe macht für das Auge eine sonderbare und fast unaussprechliche Wirkung. Sie ist als Farbe eine Energie; allein sie steht auf der negativen Seite und ist in ihrer höchsten Reinheit gleichsam ein reizendes Nichts. Es ist etwas Widersprechendes von Reiz und Ruhe im Anblick.“ J.W. Goethe, zitiert in: Zur Farbenlehre Goethes: In einer Textauswahl für Künstloer und andere Freunde des Phänomens Farbe, Ars Momentum, 2006)

Besonders die weniger greifbaren Assoziationen ruft das Blau hervor, wie beispielsweise des Lichts, der Tiefe und der Melancholie. Diese Elemente stehen im Fokus dieser Ausstellung, die durch ein breites Spektrum der blauen Farbpalette führt. In den Arbeiten der oben genannten Künstler, überrascht die Dominanz des Blaus und scheint impulsiv aufgetragen worden. Bei einigen Arbeiten von Jörg Immendorff oder Per Kirkeby, liegt es nahe, dem Blau eine gegenständliche Assoziation zuzuordnen. Bei anderen, wie Markus Lüpertz’ oder A.R. Penck überrascht es mit seiner Irrationalität. Polkes Blau ist zart tönend. Teils steht das Blau einnehmend im Vordergrund, teils im engen Dialog mit anderen Farben und Formen. Die Farbe Blau versteht sich als Leitmotiv in einer Entdeckungsreise durch das malerische und zeichnerische Werk der Künstler.