Georg Baselitz

22. April - 17. Juni 2010

Die Schau in den Kölner Galerieräumen reiht sich ein in die Vielzahl internationaler Ausstellungen der letzten Jahre zum Gesamtwerk des Künstlers Georg Baselitz  – zuletzt gefeiert durch die umfassenden Retrospektiven im Museum Frieder Burda und der Kunsthalle Baden-Baden.

So finden sich in der kommenden Ausstellung einige Höhepunkte seines Schaffens, in denen er das klassische Figurenbild in der Kunstgeschichte ironisch untergräbt, zerpflückt und neu formuliert.

Über diese Herangehensweise findet der Künstler zu einer für ihn bis heute charakteristischen Malweise: Georg Baselitz stellt die Motive auf den Kopf und beschreibt dies als einen Versuch das Bild aus seiner Abhängigkeit von der Wirklichkeit zu befreien, womit er zwar die Distanz zwischen Motiv und Abbild verstärkt, die figurative Malerei aber nicht aufgibt. An die Stelle des Abbildes setzt er ein Gegenbild und definiert sich und seine Malerei in der Hochphase von Minimal Art und Konzeptkunst noch einmal neu.

Er greift in seiner Kunst immer wieder auf das kulturelle Gedächtnis zurück und zieht seine schöpferische Kraft aus einer imaginären Vergangenheit, die in Bildern und Texten konserviert wird. Zugleich integriert der Maler und Bildhauer die Gegenwart sowie persönlich Erlebtes, das seinen Blick auf die Vergangenheit prägt in seine Malerei. In seinen Werken kulminieren dann beide Zeiten zu seiner eigenen, die er in seinen Bildern freisetzt und lebendig hält.

Die Ausstellung präsentiert vorwiegend Arbeiten der späten 80er und 90er Jahre. Diese sind im Vergleich zu den frühen Leinwänden farbiger, abstrakter und großformatiger. Sie wirken leichter, zeigen dabei aber Baselitz’ subjektiven, spontan und kühn wirkenden Duktus. Er wechselt nun zwischen filigranen Elementen und Partien mit grobem Farbauftrag.

Des Weiteren zeigt die Ausstellung eine Reihe von Papierarbeiten ebenfalls aus den 80er und 90er Jahren, die sich mit ihren figurativen Motiven in das Gesamtwerk des Künstlers einfügen.