A.R. Penck. Neue Systembilder

26. Juni - 01. August 2009

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A.R. Penck
Systembild - Antagonismus, 2007
Acryl auf Leinwand
200 x 160 cm

Die Galerie Michael Werner präsentiert in Köln unter dem Titel „Neue Systembilder“ eine Gruppe von zwanzig neuen Werken A.R. Pencks.

Vorwiegend in schwarz-weiß gehalten, sind die Leinwände dieser Ausstellung dicht bevölkert mit stark reduzierten menschlichen Figuren, Tieren, Gebrauchsgegenständen, geometrischen Körpern, Zeichen und Zahlen. Die abstrakt-systematische und zugleich symbolgeladene Bilder- und Sprachwelt dieser Werke ist Pencks unverwechselbarer Stil. Die meist männlichen Protagonisten sind umgeben von einer Vielzahl an Bedrohungen und Konflikten äußerer wie innerer Art. Inmitten eines Geflechts von Zeichen und Symbolen scheinen sie ihren Platz in der Gesellschaft zu suchen.

„Systembilder“ sind seit den 1960er Jahren ein fester Bestandteil von Pencks Schaffen und verweisen auf die intensive Beschäftigung des Künstlers mit wissenschaftlichen Theorien, besonders mit der modernen Kybernetik (der Lehre von Informationsvermittlung). Pencks Ziel war es dabei schon immer, Logik und System auf das Gebiet der Kunst anzuwenden, und dabei ein Bild-System zu entwickeln, das über das Einzelbild hinausgeht. Dabei soll das Dargestellte durch die Abstraktion nicht beliebig und austauschbar erscheinen, sondern genau in dem Maße reduziert werden, dass sich eine Art ursprüngliche, generalgültige Essenz herausbildet, die universal les- und verstehbar ist.

Dennoch lässt Penck eine Deutung seiner Bilder nur im Ansatz zu. Das komplexe Zusammenspiel seiner Ornamente, Schriftversatzstücke, Zahlen und Symbole bleibt vieldeutig und ist letztlich immer wieder rätselhaft. Ingrid Pfeiffer schreibt in dem Katalog zu Pencks Retrospektive 2007 in Frankfurt, in der Ausdruckskraft des Künstlers liege „eine ruhelose Kraft, der Drang, etwas Starkes, Großes, manchmal vielleicht sogar Quälendes und am Ende Nicht-Ausdrückbares in eine künstlerische Form zu bringen, eine endgültige, wichtige Aussage zu treffen – und doch damit zu scheitern – wodurch der Prozess immer wieder von vorne beginnen kann.“