JEFF COWEN | CAPTURING ECLIPSE | GALERIE WILMA TOLKSDORF FRANKFURT

11. Juni - 31. august 2016

In der Galerie Wilma Tolksdorf werden erstmals Arbeiten von Jeff Cowen aus der aktuellen Werkreihe "Capturing Eclipse" präsentiert, die zuvor in der viel beachteten Ausstellung des Künstlers im Kunstverein Bremerhaven gezeigt wurde.

In den späten 1980er Jahren war Jeff Cowen Assistent von Larry Clark. In dieser Zeit erkundete er mit seiner Kamera die Straßen von Süd Bronx, Meatpacking District und anderer Randbezirke von New York. Seine spätere intensive Auseinandersetzung mit Malerei und Zeichnung führte nicht nur dazu, dass Cowen seine Arbeit nun überwiegend ins Atelier verlagerte, sondern auch zu einem erweiterten Verständnis von Fotografie und derer technischen Mitteln.

Das analog aufgenommene Bild ist nicht das Endprodukt, sondern markiert den Ausgangspunkt künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Motiv. Die prozesshafte Arbeit am Bild findet überwiegend in der Dunkelkammer statt. Cowen greift in den Entwicklungsprozess ein und bearbeitet die Abzüge mit chemischen und malerischen Mitteln, mit denen er seit 30 Jahren experimentiert. Die aus diesem Prozess resultierenden Bilder changieren zwischen Fotografie, Malerei, Collage und Skulptur auf der einen Seite und zwischen Destruktion und Kreation auf der anderen.

Teilweise verzichtet Jeff Cowen gänzlich auf die Aufnahme mit der Kamera und bearbeitet die Negativoberfläche direkt mit Chemikalien und unterschiedlichen Instrumenten mit dem Ergebnis eines abstrakten Werks, in dem die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei verschmelzen. Auch wenn man in den Arbeiten die klassischen Motive der Kunstgeschichte, wie Portrait, Akt, Landschaft, Stillleben oder Abstraktion erkennt, werden die einzelnen Genres und die individuellen Subjekte im Arbeitsprozess auf Ihre essentiellen Bestandteile verdichtet.

Oft sind die Arbeiten von Jeff Cowen scheinbar aus dem Zeit/Raum-Kontinuum herausgelöst ? man erkennt kein Ereignis, welches einer bestimmten Zeit zugeordnet werden kann. Stattdessen entfalten die Bilder eine auratische Wirkung, die etwas aufzeigt, was sich nur im und als Bild artikuliert. Oder wie Jeff Cowen es formuliert: "Ich nutze die Fotografie als eine Sprache, um das Unsagbare zu kommunizieren."

Jeff Cowen 1966 in New York geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Kommende Einzelausstellungen des Künstlers: Sculpture Photographs, Michael Werner Kunsthandel, Köln (Juni 2016), Ludwig Museum, Koblenz (Oktober 2016), Huis Marseille, Museum voor Fotografie, Amsterdam (März 2017).

Quelle: www.wilmatolksdorf.de

Image: Jeff Cowen, Vallée du Dadès, 2016. © Jeff Cowen, Berlin.