JEFF COWEN. SCULPTURE PHOTOGRAPHS

4. JUNi - 23. JULi 2016

Ab dem 03. Juni präsentiert der Michael Werner Kunsthandel in Köln erstmals die neue Werkserie der "Sculpture Photographs" von Jeff Cowen. Anlässlich der Eröffnung wird Magdalena Kröner mit ihm über seinen malerischen Umgang mit dem Medium Fotografie und die Bedeutung der Skulpturfotografie in seinem Werk sprechen.

Ein zunehmendes Interesse an skulpturalen Arbeiten entwickelte der in New York City geborenen Künstler in den frühen 1990er Jahren bei einem seiner Besuche des Guggenheim Museums. Dort sah er eine nur 8 Zentimeter große Arbeit von Alberto Giacometti, die ihm bis zum heutigen Tag in Erinnerung geblieben ist. Es dauerte viele Jahre bis zu den ersten Arbeiten, bei denen er sich mit Skulptur intensiver auseinandersetzte. Zu groß schien anfänglich die Aufgabe zu sein, das Werk anderer und darüber hinaus häufig sehr bekannter Künstler für die eigene Arbeit zu nutzen. Cowens Ziel ist es, mit den Urhebern in einen künstlerischen Dialog zu treten, den Werken etwas Künstlerisches hinzuzufügen, dabei aber die spezifische Qualität der Skulptur zu bewahren. Mit fotografischer Dokumentation hat dies nichts zu tun und daran ist Cowen grundsätzlich nie interessiert gewesen.

Ausstellungsbegleitend erscheint ein reich bebilderter Katalog. Am 31. Oktober 2016 eröffnet im Ludwigmuseum (Koblenz) seine erste museale Einzelausstellung, die ab März 2017 im Huis Marseille, Museum voor Fotografie (Amsterdam) zu sehen ist.

Auszug aus dem Interview mit Magdalena Kröner und Jeff Cowen (Berlin, März 2016):

„Diese Beispiele künstlerischer Zusammenarbeit faszinieren mich, so wie Steichens Fotografien von Rodins „Balzac“ Skulptur, die eine intensive Zusammenarbeit beider Künstler begründete. Rodins Skulptur wurde anfänglich von den Kritikern verlacht und dennoch hat sich Steichen nach Paris aufgemacht, um sich hauptsächlich mit dieser Arbeit zu befassen. Sein Bild hat nichts damit zu tun, die Skulptur zu dokumentieren; seine Fotografie besitzt vielmehr eine ganz eigene Poesie. In dieser Weise arbeitete Steichen mit Rodin zusammen... Ich versuche ebenfalls, den Geist der Urheber der Skulpturen in meiner Arbeit aufzunehmen. Meine Arbeit ist ein Dialog und auf bestimmte Weise eine Zusammenarbeit mit dem Geist des Bildhauers. Ich könnte meine Arbeiten nicht ohne sie schaffen – und ich tue mein Bestes, die spirituelle Qualität dieser Werke zu bewahren und vielleicht sogar etwas beizutragen. Ich bin nicht an einer reinen Dokumentation interessiert, es geht mir mehr darum, eine neue Entität entstehen zu lassen, die sich aus der originalen Arbeit speist, und diese mit Leben zu erfüllen.“