EUGÈNE LEROY

07. NOVEMBER - 23. DEZEMBER 2015

Der Michael Werner Kunsthandel freut sich, die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten des in Tourcoing, Frankreich, geborenen Künstlers Eugène Leroy (1910 - 2000) anzukündigen. Die Ausstellung umfasst Gemälde und Zeichnung der 1980er und 1990er Jahre.

Eugène Leroys künstlerischer Umgang mit der Farbe war stilbildend und kaum vergleichbar mit dem Schaffen eines anderen Künstlers im 20. Jahrhundert. Ausgehend von meist motivischen Darstellungen entstehen seine Bilder durch die exzessive Schichtung von Ölfarbe. Dieser fast skulpturale Prozess führt zu einer Überlagerung tieferliegender Ebenen und  nur allmählich schälen sich Stillleben, Portraits, Landschaften und Akte aus den zentimeterdicken Farbschichten heraus. Tiefe Furchen durchziehen die Farbmassen und komplexe Strukturen bestimmen unweigerlich die Wahrnehmung: Die Werke Eugène Leroys verweigern sich einer oberflächlichen Aneignung, da das Zusammenspiel von Materialität, Form, Farbwirkung und den Bedingungen des umgebenden Raums die Bildlichkeit fortwährend neu entstehen lässt. „In der Tat beziehen diese Werke ihre Anziehungskraft aus der Spannung zwischen einer abstrakten, skulpturhaften Qualität und dem Realismus der Malerei, denn unter den dicken Verschnürungen von Farbe aus unzähligen Farbtuben liegen verschleierte Portraits, schattige Landschaften, halbvergessene Träume. Die Farbpigmente pulsieren vor dem Auge aber auch mit dem Auge, das ständig zwischen dem Einblenden der Farbenporen zu den dahinter liegenden Portraits wechseln möchte.“ (Stephen Hough, 2008)

Eugène Leroy wurde 1977 mit dem Prix Emile-Othon Friez ausgezeichnet und erhielt 1996 den Grand Prix Nationale de la Peinture. International wurden ihm zahlreiche Ausstellungen gewidmet: Wiener Secession (1970), École des Beaux-Arts, Lille (1977), Museum van Hedendaagse Kunst, Gent (1982), Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris (1988), XXI. Biennale Internationale de Sao Paulo (1991), documenta IX, Kassel (1992), 46. Biennale, Venedig (1995), Kunsthalle Basel (1997), Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2000), MUba - Eugène Leroy, Tourcoing (2010), Joanneum, Graz (2014).