FRIEDRICH SCHRÖDER SONNENSTERN. ZEICHNUNGEN

31. Januar – 22 MÄRZ 2014

Der Michael Werner Kunsthandel freut sich, erstmalig das Werk Friedrich Schröder-Sonnensterns (1892-1982) in Köln umfassend präsentieren zu können. Das Phänomen Schröder-Sonnenstern ist in vielerlei Hinsicht eines der facettenreichsten und spektakulärsten der deutschen Nachkriegszeit. Nicht nur mit seiner Biografie, sondern auch mit seiner phantasievollen und einzigartigen Formensprache, seiner Symbolik, seiner doppeldeutigen Dichtung und seiner eigenen Bildwelt vermag es Sonnenstern in seinen Bann zu ziehen. Das Werk wurde bereits durch zahlreiche internationale Ausstellungen gewürdigt, zuletzt auf der Venedig-Biennale 2013.

Schröder-Sonnenstern kam 1892 in Ostpreußen als zweites von dreizehn Kindern zur Welt. Seine Eigenwilligkeit und Unangepasstheit machten ihn bereits in jungen Jahren mit Zwangserziehungsanstalten bekannt. Nach einer kurzzeitigen Ausbildung als Gärtner und Meiereigehilfe entschied sich Sonnenstern für das Vagabundenleben. 1919 taucht er unter dem falschen Namen Dr. Elliot Gustav Gnass in Berlin wieder auf und wird Führer einer pseudo-religiösen Sekte, der zeitweise tausende von Anhängern folgen. Seine Einkünfte gingen stets an die Bedürftigen und so wurde er als „Schrippenfürst von Schöneberg“ bekannt. Die Nazizeit überlebte er in einer Anstalt und einem Straflager. Erst 1949, im Alter von 57 Jahren, begann Schröder-Sonnenstern konstant künstlerisch zu arbeiten.

Ein Repertoire aus fantastischen, hybriden, symbolischen, erotischen und metaphysischen Gestalten entspringt aus der Hand des Künstlers. Ende der 1950er Jahre hatte er bereits internationale Bekanntheit erlangt. Gepriesen von Künstlern wie Hans Bellmer, Jean Dubuffet, André Breton, Friedensreich Hundertwasser und Marcel Duchamps wurden seine Bilder 1959 im Rahmen der L’Exposition internationale du Surrealissme in der Galerie Daniel Cordier in Paris ausgestellt. In den Vereinigten Staaten würdigte Edouard Roditi ihn im Arts Magazin als „Propheten in Berlin“. Nur ein Jahr später zeigte ihn die d’Arcy Galleries in New York City. 1961 endlich richtete die Galerie Brockstedt in Hamburg seine erste Ausstellung in Deutschland aus und verhalf ihm damit auch in seinem Heimatland zu großem Erfolg. Bewunderung brachten ihm auch Georg Baselitz und Eugen Schönebeck entgegen und versuchten ihn für das heute legendäre 1. Pandämonisches Manifest zu gewinnen, doch der notorische Einzelgänger lehnte ab. Mit einer konzentrierten Auswahl von 51 Werken aus den ersten Schaffensjahren würdigt der Michael Werner Kunsthandel Friedrich Schröder-Sonnenstern als einen der bedeutendsten Nachkriegskünstler Deutschlands.