ERNST WILHELM NAY. BILDER

09. November 2013 – 04. Januar 2014

Der Michael Werner Kunsthandel freut sich, eine umfassende Werkschau der Bilder Ernst Wilhelm Nays präsentieren zu können. In Köln wurde der letzte Rückblick auf sein Schaffen vor über 20 Jahren im Museum Ludwig gezeigt. Das Kunstmuseum Bonn ehrte den Künstler 2002 anlässlich seines 100. Geburtstags mit einer umfassenden Ausstellung und die Schirn Kunsthalle in Frankfurt konzentrierte sich 2009 auf die Bilder der 1960er.

Ernst Wilhelm Nay zählt zu den wichtigsten Vertretern deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten bei der Aktion "Entartete Kunst" zahlreiche seiner Werke aus öffentlichem Besitz, zwei dieser Arbeiten waren anschließend im Rahmen der darauf folgenden Ausstellung in München zu sehen. Schon ab 1933 wurde seine Kunst von der nationalsozialistischen Propaganda verhöhnt. Im Jahr 1951 übersiedelte der Künstler nach Köln, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1968 lebte und arbeitete.


Nach der erfolgreichen Ausstellung seiner späten Bilder in unserer New Yorker Galerie im vergangenen Jahr, ist nun in Köln ein Rückblick auf das Gesamtwerk möglich. Die frühesten Bilder, wie beispielsweise „Dünenlandschaft“ (1935) und „Familie nachts am Meer“ (1935) gehören zur Serie der Dünen- und Fischerbilder, inspiriert durch seine Sommeraufenthalte an der Ostsee und das Leben der Fischer. Zu dieser Zeit gelangte Nay zu neuen Formen der Bildgestaltung, die bis in sein Spätwerk von maßgeblicher Bedeutung sein sollten. „Liegende“ (1943) steht exemplarisch für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper zu Begin der 1940er Jahre. Für John-Paul Stonard ist der Körper, auch wenn Nay häufig als rein abstrakter Maler wahrgenommen wird, wesentlicher Aspekt des gesamten künstlerischen Schaffens: „So abstrakt seine Werke auch zu werden scheinen, ihre tiefen Wurzeln haben Nays Gemälde im menschlichen Körper (…) Dieses Element des Körperlichen ist durch und durch Nay.“ Aus der Serie der Scheibenbilder, mit denen Nay Mitte der 1950er Jahre den internationalen Durchbruch erlangte, sind in Köln drei großformatige Bilder zu sehen. Der Künstler schien sich in diesen Jahren von jeglicher Gegenständlichkeit abzuwenden und doch belegt sein Spätwerk, dass er von Beginn an eine konsequente Entwicklung bis in die 1960er Jahre durchlief. Eine spürbare Wende nahm seine Malerei noch einmal in den  letzten Lebensjahren: Flächige und ornamentale Figurationen, Vereinfachung der Formensprache und Verringerung der Farbpalette sind kennzeichnend für diese Bilder ab 1965. Zwei monumentale Vorarbeiten zu „Der Morgen“ (1965), die öffentlich bisher nicht gezeigt wurden, sind nun in Köln erstmalig zu sehen.

Begleitend erscheint ein Katalog mit einem Text von John-Paul Stonard.