SIGMAR POLKE. EROTISCHE ARBEITEN

18. Mai - 13. Juli 2013

Der Michael Werner Kunsthandel präsentiert in Köln ab dem 18. Mai eine Ausstellung mit erotischen Arbeiten von Sigmar Polke (* 1941 in Oels; † 2010 in Köln). Gezeigt werden ca. 30 Arbeiten auf Papier aus den Jahren von 1969 bis 2000. Im Zentrum der Ausstellung steht Sigmar Polkes 1973er Jahresgabe für den Westfälischen Kunstverein. Die Gesamtauflage von insgesamt 50 Unikaten im Format von 100 x 70 cm mit teils explizit pornografischen Darstellungen wurde damals unter den Mitgliedern des Kunstvereins verlost. Da keine fotografischen Abbildungen angefertigt wurden, ist diese außergewöhnliche Serie nie zusammen ausgestellt oder publiziert worden. Mit der Unterstützung von zahlreichen Leihgaben aus Privat- und Museumssammlungen konnten allein 20 dieser Arbeiten zusammengetragen werden, unter anderem ein wichtiger Werkblock aus dem Berner Kunstmuseum.

„Die fünfzig sorgsam verpackten Gouachen von seiner Hand kamen in Münster mit unerheblicher Verspätung an […] Wie seine Jahresgabe aussehen sollte, erfuhr ich nicht. Weder Technik noch Format noch Gegenstand. Ich solle mich auf eine Überraschung gefasst machen, seine lakonische Antwort auf entsprechende Fragen. Der Coup gelang. Als die Sendung aus Willich ausgepackt war, gingen mir die Augen über. Mit farbenprächtigen Gouachen im repräsentativen Format von 100 x 70 Zentimetern hätte ich nie gerechnet. Ich war derart überwältigt, dass ich erst beim zweiten Blick entdeckte, dass Polke (und in einem nicht identifizierbaren Ausmaß Duchow) Vorlagen mit erotischem bis pornografischem Charakter verwendet und in zahlreichen, nicht allen Blättern als Kontur über die turbulenten Farbgründe der Blätter in wechselnden stilistischen Mustern gelegt hatte. Vermutlich waren die Szenerien als kleine Provokation des katholischen Münster gedacht. Der wunderbare Künstler hatte die grenzwertige Eigenschaft, seine Freunde zu quälen.“ (Auszug aus dem Katalogtext von Prof. Klaus Honnef)

Es erscheint ein begleitender Katalog mit einem Text von Prof. Klaus Honnef.