JEFF COWEN. PHOTOGRAPHIC WORKS

28. Januar - 31. März 2012

Der Michael Werner Kunsthandel, Köln zeigt ab dem 28. Januar 2012 die Ausstellung „photographic works“ mit Arbeiten von Jeff Cowen. Der Künstler testet die Berührungspunkte zwischen Fotografie, Malerei, Zeichnung und Skulptur. Cowen arbeitet mit dickem Silbergelatine-Papier, das er zerschneidet, kollagiert, chemisch attackiert und mit verschiedenen Entwicklungstechniken in seiner Dunkelkammer bearbeitet. Die Entwicklung vom fotografischen Bild bis zum individuellen und malerischen Abzug kann Monate oder gar Jahre andauern. Der Prozess ist zum Teil bewusst gesteuert, jedoch nicht im Vorfeld festgelegt. Cowen ist auf der Suche nach etwas, das er rational nicht versteht, von dem er aber spürt und weiß, dass es existiert. Seine fotografischen Bilder transzendieren Zeit und Raum. Er schreibt hierzu: „Die Arbeit an einer Fotografie ist für mich ein Paradox, ein sakraler und gewalttätiger Akt. Man tötet einen Moment und verewigt ihn. Es ist eine mysteriöse Metamorphose, die etwas hervorbringt, das mich immer wieder überrascht und in Staunen versetzt. Es ist ein transformativer Prozess, für die Beobachter und das Beobachtete.“

Jeff Cowen wurde 1966 in New York City geboren. Nach seinem Studium an der New York University und einem Aufenthalt an der Waseda University in Tokio graduierte er 1988 mit Auszeichnung im Fach Orientalistik. Anschließend verbrachte er viel Zeit mit dem Fotografieren in den Straßen New Yorks und arbeitete als Assistent von Larry Clark. Im Laufe der 1990er Jahre wandelte sich sein künstlerischer Ansatz, bedingt durch intensive Studien in den Bereichen der Zeichnung und der Malerei. Diese Zeit prägte die künstlerische Suche nach dem Verhältnis zwischen fotografischen Bild und Abstraktion nachhaltig. Seit 2001 lebte Cowen in Paris und derzeit in Berlin. Die Kölner Ausstellung umfasst Arbeiten der letzten zehn Jahre und zeigt Stillleben, Landschaften, Figurationen und Abstraktionen. Bei vielen dieser Werke spürt man sein Interesse am „non-moment“, womit er einen Zeitpunkt bezeichnet, kurz bevor oder kurz nachdem sich das eigentliche Ereignis vollzieht beziehungsweise vollzogen hat. „Wie die Stille lassen sich meine Fotografien vor allem durch das beschreiben, was sie nicht sind.“