WILHELM LEHMBRUCK. SKULPTUREN UND RADIERUNGEN

31. März - 11. Mai 2012

Gespräch über Lehmbruck mit Prof. Dr. Raimund Stecker, Direktor des Lehmbruck Museums, am Mittwoch, den 18. April 2012, 19:30 Uhr.

„Alle Kunst ist Maß. Maß gegen Maß, das ist alles [...].“ (Wilhelm Lehmbruck)

Der Michael Werner Kunsthandel, Köln, zeigt ab dem 30. März 2012 die Ausstellung „Skulpturen und Radierungen“ mit insgesamt 15 Skulpturen und 27 Radierungen Wilhelm Lehmbrucks (1881 – 1919). Nachdem der junge Lehmbruck bereits 1895 an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule aufgenommen wurde, begann er 1901 ein reguläres Bildhauerstudium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Von besonderer Bedeutung für sein späteres Schaffen war wohl die umfangreiche Gipsabgusssammlung, an der man Bildhauer und Maler dort schulte. Zu Beginn der 1910er Jahre zeigt sich eine starke Reduzierung seiner plastischen Formen. Der experimentelle Umgang mit dem Material und der menschlichen Figur machten ihn zu einem Wegbereiter der Moderne. Als innovativ gelten insbesondere der künstlerische Einsatz des Steingusses und sein Interesse an der Fragmentierung des Körpers.

Während eines Aufenthalts in Paris (1910 – 1914) entwickelte Lehmbruck eine bis heute charakteristische Formensprache. Mit dem Ausbruch des Krieges kehrte er nach Deutschland zurück und steigerte zunehmend die Expressivität des Ausdrucks: Die beinahe manieristische Streckung der Gliedmaßen seiner Figuren und ein neuartiger Umgang mit den menschlichen Proportionen offenbaren die Radikalität seines Schaffens zu dieser Zeit. 1913 nahm er an der Armory Show in den USA teil und ein Jahr darauf wurde seine erste Einzelausstellung in der Galerie Levesque, Paris, eröffnet. 1919 nahm sich der Künstler mit nur 38 Jahren das Leben. Das manchmal melancholische Insichgekehrtsein seiner Figuren der letzten Lebensjahre spiegelt die erlebte Machtlosigkeit und die Schrecken des Krieges wider. Die Reduzierung der Formen und des Ausdrucks verleihen seinem Werk jedoch eine überzeitliche Allgemeingültigkeit, die ihn nicht zuletzt für nachfolgende Künstler, wie beispielweise Joseph Beuys, zu einem der einflussreichsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts machte.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Annabelle Ténèze.